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Das alte Gefühl

Ich stand in der Kälte und sah über die Menschen hinweg, die sich ihren Weg an mir vorbei bahnten. Ich wusste, Mr. Nevermind würde geradewegs an mir vorbei laufen. Nur wusste ich auch, dass er sich gerne Zeit lässt, unterwegs einem Dutzend Menschen begegnet oder einfach die Chance nutzt und seine einnehmende Art nutzt, um Kontakte zu knüpfen. Ehrlich, wäre ich so eine einnehmende Person, würde ich das sicherlich auch zu meinem Vorteil zu wissen nutzen. 

Es war kalt und ich merkte, wie die Kälte die Wärme aus meinem Gesicht zog, aber trotzdem blieb ich stehen und wartete. Ich kramte kurz etwas in der Tasche und hörte ein freundliches "Hallo!". Ich drehte mich in die entgegengesetzte Runde und sah geradewegs in das Gesicht eines anderen Menschen, das sich an mir vorbei bewegte, weil dieser Mensch weiterlief. Leider machte ich in dem Moment ein wahrscheinlich wenig attraktives Gesicht und schaute eher so, als hätte mir gerade jemand erklärt, dass es heute Nachmittag Schokolade regnen würde (um das klarzustellen: Ich würde in so einem Moment freudig überrascht aussehen, je nach Glaubwürdigkeit der Quelle). Vor allem schaute ich aber überrascht und sicher auch etwas überrumpelt, weil ich gar keine Chance hatte, mehr als ein verdutztes "Hallo" zu murmeln. Als er schon an mir vorbei war, fragte ich mich, ob ich richtig gesehen hatte. Er hatte sich offenbar verändert. Er sah aus, als wäre er seriöser geworden und aus meiner Sicht noch attraktiver.

Mein Kopf raste. Ich wäre ihm am liebsten hinterher gerannt, hätte ein Gespräch angefangen. Ihn gefragt, wie es ihm geht, erzählt, wie es mir geht. Manchmal wünsche ich mir das so sehr und ich weiß nicht, woher diese Sehnsucht kommt.
Ich wollte in diesem Moment nicht mehr warten, ich wollte nur noch hinterher und alles andere zurücklassen.

Manchmal flammen alte Geschichten immer noch in meinem Kopf auf und ich kann nichts dagegen tun. Gefühle gehen nie völlig weg. Sie werden lediglich älter und von jüngeren, deutlicheren abgelöst. In solchen Momenten möchte ich in ihnen eintauchen, in diesen Geschichten und Gefühlen, sie immer wieder erleben, verändern und umschreiben. Ich möchte sie ergründen, möchte fragen, ob ich der einzige Mensch von zweien bin, dem es so geht. Um zu der einigen wahrscheinlichen Antwort zu gelangen: Ja, das bin ich.

15.11.11 23:36

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